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  • Alexander Diethelm & Alisa Diethelm

Ist mein Papagei krank? Wie du die 10 Symptome erkennst.


Gerade als Anfänger ist es unglaublich schwierig zu erkennen, ob der Papagei krank ist. Als Tierhalter will man nur das Beste für sein Tier und findet sich immer wieder in Situationen, wo man verunsichert ist und Angst hat, dass man etwas falsch macht. Denn Tiere verhalten sich nun mal anders als Menschen und vor allem können sie uns nicht sagen, was ihnen fehlt. Es geschieht oft, dass der Vogelhalter die Krankheit viel zu spät bemerkt, die rechtzeitig behandelt, hätte kuriert werden können. Darum ist es sehr wichtig, das Verhalten des Tieres genau zu beobachten und zu lernen wie es sich in unterschiedlichen Situationen verhält. Irgendwann erkennt man das Normalverhalten von seinem Papagei und merkt viel schneller, wenn etwas nicht stimmt.


Unterdrückung von Symptomen

Die Papageien sind, was die Krankheitszeichen betrifft, im Vergleich zu anderen Haustieren wie Hunden oder Katzen sehr schwer zu lesen. Dafür muss man die Lebensweise der Papageien in der Natur verstehen. Papageien leben in der freien Wildbahn in grösseren Schwärmen, wo es auch viele Fressfeinde gibt. Wird ein Papagei krank, droht ihm beim ersten Zeichen von Schwäche der Ausschluss von der Gruppe und kranke Tiere sind eine leichte Beute für die Feinde wird. Darum versuchen Papageien ihre Krankheitssymptome möglichst lange zu unterdrücken. Was für uns auf den ersten Blick grausam erscheint, funktioniert in der Natur. So kann nämlich die Population erhalten bleiben. Krankheitszeichen bei Papageien



1. Apathisches Verhalten

Empfindet der Papagei Schmerzen, wird er sich viel ruhiger verhalten als sonst und sich immer wieder ausruhen. Gerade bei so lebhaften und kommunikativen Energiebündeln wie Papageien wird dieses Verhalten schnell auffallen. Wenn er nicht mehr fröhlich singt, spielt und nur noch in der Ecke sitzt, dann ist das Tier womöglich krank.


2. Absonderung aus der Gruppe

Wenn ein Papagei von der restlichen Gruppe getrennt in der Ecke sitzt, sollten die Alarmglocken läuten. Wie oben besprochen werden kranke Tiere in der Natur von der Gruppe ausgeschlossen. Die Gruppe erkennt die Krankheitssymptome viel früher als der Mensch sie bemerkt! Wenn sogar der Partnervogel sich zurückzieht, sollte man handeln.


3. Aufgeplustertes Gefieder

Ein Zeichen von Unwohlsein bei Papageien ist das struppig aufgeplusterte Gefieder. Hier braucht es ein geübtes Auge, um das Krankheitssymptom vom normalen Verhalten unterscheiden zu können. Denn Papageien plustern sich auch auf, wenn sie sich wohlfühlen und ein Nickerchen machen. Bei kranken Tieren entsteht eine unförmige und kantige Silhouette, bei der vor allem die Gefieder am Rücken stark aufstehen.


4. Appetit-und Gewichtsverlust

Wenn der Papagei den Appetit verliert an Gewicht verliert, ist irgendwas nicht in Ordnung. Hier gilt die Faustregel: Ein Papagei, der länger als einen Tag nichts frisst ist ein Notfall!


5. Stellung der Augenlider

Die Stellung der Augenlider kann über Auskunft über den Gesundheitszustand des Vogels geben. Bei Unwohlsein und Schmerzen ziehen nämlich die Papageien den Unterlid nach oben. Dies unterscheidet sich deutlich vom normalen Schlafen, da dort die Oberlider die Augen schliessen.


6. Kotveränderung

Die Beschaffenheit des Papageikots ist ein wichtiger Indikator bei Krankheiten. Dabei spielt die Farbe, Konsistenz und die Kotphasen eine wichtige Rolle. Doch zuerst muss man als Vogelhalter wissen wie der Kot eines gesunden Papageis aussehen soll. Oft stellt man sich als Laie den Vogelkot ganz anders vor. Unten ist der Vergleich von normalen Kot zum Durchfall gezeigt. Der normale Kot ist weich und bildet ein festes, braun-grünes Würstchen (1). Die weisse Phase (2) wird von der Harnsäure gebildet und der Urin (3) umgibt das Ganze. Die Eigenschaften des Kots beim gesunden Vogel können je nach Vogelart, Nahrung, Wassermenge, sowie Brut- und Paarungsaktivität variieren. Doch wenn sich der feste Anteil verflüssigt/fehlt, der Urinanteil massiv ansteigt, Blut oder Würmer vorhanden sind, sollte man schnell reagieren.





7. Atemprobleme

Das Atmungssystem von Vögeln ist anders aufgebaut als bei Säugetieren. Da Vögel ständig in Bewegung sind, brauchen sie entsprechend mehr Sauerstoff im Körper. Spezielle Luftsäcke, die durch verzweigte Kammern miteinander verbunden sind,  blasen Sauerstoff in die Lungen. Wenn dieses komplex vernetzte Atmungssystem austrocknet, können sich Keime und Sporen von Aspergillose, die in der Luft und Nahrungsmittel  sind, einnisten und sich verbreiten. Die Anzeichen von Infektion der Atemwege sind Geräusche beim Atmen, schwere Atmung oder sogar kompletter Stimmverlust.

8. Tiefe Körpertemperatur

Es ist wichtig, sich die normale Körpertemperatur von Papageien einzuprägen, wenn das Tier auf der Hand ist. Die normale Körpertemperatur von beträgt Papageien beträgt zwischen 40 und 41° C. Wenn der Vogel krank wird, sinkt seine Körpertemperatur deutlich. Ob ein Tier friert, kann man am besten an den kalten Füssen erkennen. Die natürliche Reaktion des Körpers auf die Untertemperatur im Körper ist dann das Zittern. Wenn man ein zitterndes Tier vor sich hat mit über längere Zeit kalten Füssen, ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit krank. In diesem Fall bitte schnell zum Tierarzt gehen.


9. Plötzliche Zutraulichkeit

Bei zahmen Tieren kann bei Krankheit und Unwohlsein eine plötzliche Zutraulichkeit gegenüber dem Halter auftreten. Der Papagei beginnt ungewöhnlich oft mit dem Menschen zu schmusen, kuschelt sich an den warmen Körper oder schläft sogar auf der Hand/in den Armen ein. Was auf den ersten Blick niedlich aussieht und das Herz berührt, kann aber ein Anzeichen von Krankheit sein. Denn im geschwächten Zustand kann das Tier die Nähe und den Schutz des Menschen suchen, um sich sich zu trösten und wohl zufühlen. Wenn dieses Verhalten plötzlich vermehrt auftritt, sollte man es unbedingt als Halter und das Tier genau beobachten, um andere Krankheitssymptome erkennen zu können.

10. Verletzungen

Papageien versuchen bei Verletzungen das betroffene Körperteil möglichst zu schonen, in dem sie zum Beispiel das Bein ins Gefieder ziehen, beim Gehen humpeln oder den schmerzenden Flügel hängen lassen. Manchmal legen sich die Vögel auch einfach hin, um sich auszuruhen. Bei Verdacht auf inneren Verletzungen und bei stark blutenden Wunden sollte man einen Tierarzt aufsuchen!


Einen kranken Papagei zum Tierarzt bringen

Wenn man festgestellt hat, dass der Papagei Krankheitssymptome zeigt, sollte man ihn umgehen von seinen Artgenossen isolieren und in einem separaten kleineren Käfig unterbringen bis man zum Tierarzt geht. Es ist nicht einfach einen kranken Papagei einzufangen. Noch schwieriger, wenn er nicht handzahm ist. Beim Einfangen des Vogels hat sich bei mir das Verwenden von einem sauberen Tuch bewährt, da weniger Verletzungsgefahr entsteht und das Tier nicht handscheu wird. Bei kleineren Vögeln könnte man für das reibungslose Einfangen auch einen Kescher einsetzen. Der Transport zum Tierarzt sollte in einem dunklen Transportbox stattfinden, damit das Tier möglichst wenig Stress hat.


Der richtige Tierarzt für Papageien

Da Papageien zu den exotischen Haustieren gehören und ihre Haltung anspruchsvoll ist, braucht es unbedingt einen fachkundigen Tierarzt, der Erfahrung mit Papageien hat. Die Tierärzte, die eine Spezialausbildung zur Behandlung von Vögeln haben sind mit dipl. ECAMS oder dipl. ECZM (Avian) bezeichnet. In der Schweiz hat das Verein Exotis, welches sich sie für eine artgerechte Vogelhaltung einsetzt, eine empfehlenswerte Liste mit vogelkundigen Tierärzten veröffentlich: http://www.exotis.ch/Downloads/Vogeltierarztliste.pdf


Es ist nie eine einfache Situation, wenn das eigene Haustier krank wird. Bei Papageien ist es um so wichtiger, die Augen offen zu halten, um möglichst früh die Krankheitsanzeichen erkennen zu können. Wenn doch was mit dem Vogel nicht stimmt, zuerst die Ruhe bewahren und dann schnell handeln. Jedoch sollte man sich nicht paranoid machen sondern auch auf sein Bauchgefühl hören. Der Halter kennt durch die tägliche Interaktion sein Papagei sehr gut und kann mit der Zeit schnell einschätzten, wenn etwas nicht in Ordnung ist.

Was waren deine Erfahrungen mit Papageien in Bezug auf Krankheiten? Schreibt mir eure Erfahrungen, Gedanken, Feedbacks und Fragen!

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